Nakano Broadway und Ikebukuro

Heute startete mein Tag wieder mit einem ausgiebigen Frühstück. Da ich meine Zimmernummer auf japanisch sagte (man möchte den Angestellten ja auch das Leben etwas einfacher machen ^^), ging man davon aus, dass ich wohl etwas japanisch sprechen würde. Ohohoh.. ab diesem Moment wechselte der für das Frühstück verantwortliche Mitarbeiter für den restlichen Morgenservice von Englisch auf Japanisch und ich verstand nur noch die Hälfte. xD Aber nur so kann man Neues lernen.

Gestärkt machte ich mich auf den Weg nach Nakano, einem Stadtbezirk in Tôkyô. Genauer gesagt, wollte ich zum Nakano Broadway, da ich von diesem Einkaufscenter bereits einiges gelesen hatte. Ich hatte mich zeitlich etwas verschätzt und war mal wieder zu zeitig da. Die meisten Geschäfte öffneten erst 12:00 Uhr. Daher vertrieb ich mir etwas Zeit und durchstreifte die umliegende Gegend und ging im Süßwarengeschäft einkaufen. Nachdem dann alle Geschäfte geöffnet hatten, offenbarte sich erst einmal der Charakter des Einkaufscenters. Das Erdgeschoss sah normal aus und bot Klamotten und Nahrungsmittel an. Aber die 2. und 3. Etage war fast ausschließlich mit vielen kleinen Anime Geschäften gefüllt. Das mein Aufenthalt sich dann etwas hinausgezögert hat, muss ich sicher nicht betonen. Ein Raum war auch wieder als eine Art Mini-Ausstellung hergerichtet. Dieses Mal habe ich sogar von außen ein Foto machen können. Ausgestellt wurden Bilder, Originalzeichnungen vom Storyboard des Animes sowie Originalzeichnungen für den Anime. Für mich ist es echt toll so etwas mal zu Gesicht zu bekommen. In Deutschland bekommt man die Chance nicht, es sei denn ein Publisher schafft es mal dieses Material als Bonusmaterial einer DVD/BluRay Disc beizulegen (passiert fast nie). Einige Geschäfte verkauften sogar Original-Cels (Folien die zur Produktion eines Anime verwendet werden). Die Preise waren für einige Anime abartig. Das Ghibli Werk „Mein Nachbar Totoro“ wartete mein einem Cel für 650,00 Euro auf und den Vogel schoss ein Cel des Ghibli Werkes „Prinzessin Mononoke“ mit knapp 1000,00 Euro ab. Cels von Ranma 1/2 oder Dragonball lagen meist zwischen 50,00 und 250,00 Euro.

Zum Mittag holte ich mir Nudeln. Hierzu musste ich mir wieder ein Ticket am Automaten ziehen. Der Automat war diesmal hochmodern mit farbigem Touchscreen, viel Text und ohne englischer Übersetzung. Somit suchte ich mir mein Essen anhand des Bildes aus. Der Name des Gerichtes enthielt das Kanji 夏 für „Sommer“. Klang also erstmal gut. Nun forderte mich der Touchscreen auf eine Entscheidung zu treffen. Zur Auswahl stand etwas, wovon ich nur das Kanji 黒 kannte, welches „Schwarz“ bedeutet. Schwarz klang jetzt nicht so toll also wählte ich einfach die Option みぞ (mizo). Anschließend stand ein Preis da, so dass ich einfach mal Geld in den Automat steckte. Es passierte sogar etwas und ich bekam meine Essensmarke. Mit dieser betrat ich dann das Restaurant und kurze Zeit später bekam ich meine Nudeln. Ich nahm den ersten großen Happen und.. hmm.. die Nudeln waren kalt. Verdammt.. in diesem Moment wurde mir klar warum da das Kanji für Sommer im Namen des Gerichtes vorkam. Das sind kalte Nudeln die im Sommer gern gegessen werden, weil sie schön kühlen. Nun gut, warm wären sie mir zwar lieber gewesen aber geschmeckt haben sie trotzdem sehr gut.

Anschließend machte ich mich auf den Weg in das Stadtvirtel Ikebukuro. Was das Fortbewegen in Tôkyô angeht, so ist es etwas komplizierter als in den anderen Städten. In Tôkyô werden die U-Bahnen nämlich von zwei unterschiedlichen Unternehmen betrieben. Diese arbeiten selbstverständlich nicht zusammen. Steigt man nun also zwischen beiden U-Bahnen um, so muss man noch einmal bezahlen. Die Sache wird aber noch etwas komplexer. Die lokalen Bahnen in Tôkyô (ähnlich der Berliner S-Bahnen) werden ebenfalls von einem weiteren Unternehmen betrieben. Somit hat man es mit drei unterschiedlichen Betreibern zu tun. Einen Verbundstarif gibt es leider nicht. Wer nun blind drauf losfährt hat also gute Chancen drei Mal für die Erreichung seines Zielortes zahlen zu müssen. Man sollte auch aufpassen, dass man das benötigte Ticket am richtigen Ticketautomaten kauft. Andernfalls verschenkt man auch hier Geld.

In Ikebukuro angekommen, zog ich noch etwas in den belebten Einkaufsstraßen umher und stieß irgendwann auf ein Animate (sehr große Anime/Manga Kaufhauskette), welches mit acht gefüllten Stockwerken auf mich wartete. Und dann zog die Zeit wieder ins Land. Da der Tag dann auf einmal rum war, machte ich mich wieder auf den Weg ins Hotel.

Weitere Impressionen des Tages

2 Comments

  1. N4r0

    Kannste nichtmal sonen lebensgroßen Pappaufsteller mitnehmen? xD

    und ja, das mit den Cels ist echt krass wie teuer die sind. Aber gut, sind halt die Originalen, da kann man an sich schon froh sein dass die überhaupt verkauft werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.