Moji-ku und Kokura Gion Matsuri

Der heutige Tag startete für uns um 7:30 Uhr. An sich vieeeel zu früh aber leider notwendig, damit uns noch ausreichend Zeit für das Hotelfrühstück zur Verfügung stand. Zudem möchten wir unsere Tage ja auch voll auskosten. :)

Nachdem uns die Hotelangestellte eingewiesen und wir unser japanisches Frühstück zu uns genommen hatten, machten wir uns auch schon auf den Weg nach Moji-ku. Einem Stadtbezirk von Kitakyûshû der ziemlich weit außerhalb lag. Nach der Ankunft am Bahnhof Mojikô schlenderten wir erstmal durch den dort angrenzenden Hafen. Die vielen in Schuluniform gekleideten Mädchen, die überall auf dem Hafengelände in kleinen Grüppchen rumsaßen und zeichneten, verwunderten uns dann doch etwas. Schließlich war Sonntag und somit eigentlich kein Schultag. Auf dem Hafengelände standen zudem einige Gebäude mit europäischem Baustil, so dass an diesem Ort sehr viele japanische Touristen unterwegs waren. Unser Ziel war jedoch der Mekari Schrein, ein Shintô-Schrein der 1767 wiederaufgebaut wurde. Da die Gegend um den Schrein sehr bergig war, wollten wir natürlich auch einen dieser Berge besteigen um eine tolle Aussicht genießen zu können.

Am Fuße des Berges legten wir dann eine Pause ein, da uns der lange Fußmarsch und die hohe Luftfeuchtigkeit ganz schön zugesetzt hatten. Als wir auf der Bank ein Selfi von uns machen wollten, damit ihr uns mal beide zu Gesicht bekommt, bat ein älterer japanischer Herr sofort seine Hilfe an und machte ein paar Fotos von uns. Anschließend suchte er dann das Gespräch. Wieder eine tolle Gelegenheit Japanisch zu üben. Zur Belustigung meinerseits stellte er auch Andre eine Frage, der dieser mit einem großen Fragezeichen im Gesicht entgegnete. Hier zeigte sich aber wieder, dass Japaner meist einfach auf Japanisch drauf losreden, ganz egal ob du nun Japanisch verstehst oder nicht.

Sven und Andre <3

Unsere Bergwanderung verlief dann ohne Komplikationen und führte uns durch etwas unwegbares Gelände. Vor allem da wir auch eine abgesperrte, zugewucherte Aussichtsplattform betreten haben. Abgeschlossen wurde die Bergwanderung dann mit der Verwendung eines traditionellen Hockklos. Dieses verlangte mir bei der Hitze und Luftfeuchtigkeit alles ab und trieb mir den Schweiß auf die Stirn. xD

Auf dem Rückweg zum Bahnhof Mojikô kamen wir an einer Startlinie eines Wettrennens vorbei. Neben dieser standen ein paar Maskottchen und Helfer, die uns natürlich sofort in Beschlag genommen haben und unbedingt reden wollten. Das war dann die Japanischlektion Nummer 2. Glücklicherweise konnte die eine Dame auch etwas Englisch, was uns wieder sehr zugute kam. Als man dann mit uns ein Foto machen wollte, haben wir natürlich sofort zugestimmt. Wer hat schon ein Bild mit japanischen Maskottchen (man beachte den Bananaman der uns gefotobombt hat xD).

Moji-ku Gruppenbild mit Maskottchen

Nachdem wir zurück in der Nähe unseres Hotel waren, ging erstmal die Nahrungssuche los. Diese dauerte gute 2 Stunden und endete mit einer großen Schüssel Udonnudeln und einer nicht definierbaren panierten Beilage. Warum dauerte die Suche nun solange? Einerseits waren wir viel zu wählerisch und andererseits wurden wir von verschiedenen Dingen abgelenkt. So stießen wir auf einen Ghibli-Shop (sehr berühmtes Animationsstudio) und auf einen Taiko-Trommel-Contest. Bei diesem traten mehrere Taiko-Trommeltruppen gegeneinander an und zeigten ihr ganzes können. Dieses Event war Bestandteil vom Kokura Gion Matsuri, welchem wir nach einer kurzen Pause im Hotel unsere ganze Aufmerksamkeit widmeten.

Für das Kokura Gion Matsuri wurde dann eine komplette Hauptstraße gesperrt, damit alle Taiko-Trommlertruppen mit ihrem Wagen in einer kreiförmig angelegten Strecke fahren konnten. Da es geschätzt zwischen 50 bis 60 teilnehmende Gruppen/Wagen waren, war die Parade letztendlich endlos, da das Ende am Anfang endete. Die Parade lief dann ca. 2 Stunden. Jeder Wagen sah anders aus, jede Gruppe trug ein anderes Gewand aber alle spielten gleichzeitig dasselbe Lied. Das hinterlässt dann einen wirklich starken Eindruck. Nachdem die Parade zuende war, machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Auf diesem trafen wir jedoch in den vielen engen Einkaufspassagen wieder auf einige spielende Gruppen mit ihren Taiko-Trommelwagen. Somit fotografierten, filmten und bestaunten wir diese wieder, so dass einige Zeit verging. Als ich da so am Rand stand und filmte, kam ein Mitglieder einer vorbeifahrenden Taiko-Trommlergruppe auf mich zu. Ich war erst etwas verwundert was er möchte. Da legte er schon seinen Arm um meine Schulter und zog mich mit in die Parade hinein. Ich reagierte sofort und legte ebenfalls meinen Arm um seine Schulter und bemühte mich seine Tanzbewegungen zu imitieren. Und dann zog ich los, ohne Andre. xD Nach wenigen Sekunden war allerdings schon wieder alles vorbei, da meine Kamera etwas störte und ich Andre nicht verlieren wollte. Eine einmalige Erinnerung bleibt es trotzdem. (/^__^)/

Bis auf die weitere Ablenkung durch ein Arcade Center verlief die weitere Rückreise aber ohne Vorkommnisse. Zum Abendbrot gab es dann Süßigkeiten. :3

Weitere Impressionen des Tages

8 Comments

  1. D&G

    Hallo Ihr beiden Bergwanderer,
    bei Euch ist ja richtig cool was los. Schön auch mal Fotos mit Euch zu sehen und nicht nur Stilleben.
    Der Fotoapparat war offensichtlich auch eine gute Wahl, denn die Bildqualität ist eucht gut (nur mein Internet ist hier auf dem Lande leider etwas lahm).
    Bei der tollen Bildershow frage ich mich ob das auf Bild 4 ein Stadtplan sein soll mit Hausnamen und Ampelzeichen?
    Und bei der nächsten Gelegenheit wäre es doch schön, wenn’s mal ein Bild vom (unbesetzten) Hockklo gibt, damit wir mit Euch fühlen können :-) :-) Lasst es Euch weiter gut gehen und genießt die Zeit!

    1. shion

      Wir bemühen uns weitere Fotos von uns zu machen bzw. machen zu lassen. :)

      Ja, die Digitalkamera ist einfach der Wahnsinn. Die Qualität ist dermaßen gut und das Bildrauschen bei schlechten Lichtverhältnissen kaum vorhanden. So macht das Fotografieren Spaß. Und dabei sind die Bilder hier auf dem Blog auch noch in der Größe und der Qualität (runtergesetzt auf 80%) angepasst.

      Bei Bild 4 handelt es sich in der Tat um einen Stadtplan. Die Beschriftung auf den Häusern gibt aber viel mehr wieder, was dort vorzufinden ist (z. B. Cafe, Pachinko).

      Das Foto vom Hockklo wird vermutlich nicht lange auf sich warten lassen (leider). :D

  2. Yuki

    Manno Mann, Hut ab. Trotz eures vollen Zeitplans nehmt ihr euch Zeit um uns auf dem laufenden zu halten! Danke dafür! :) Und noch viiiiieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeel Spaß und tolle Erlebnisse!

    1. shion

      Vielen Dank. ^__^
      Ein bisschen Selbstnutzen ist ja auch dabei. Schließlich erlebt man so viel, dass man das jetzt noch gar nicht alles verarbeiten kann. Nach der Reise wird dann erstmal alles nochmal durchlebt.

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