Trekking in Schweden auf dem Kungsleden Süd – Reiseplanung

Kungsleden Süd

Die Blasen der letzten Reise sind schon lange verheilt und somit wurde der Startschuss für eine neue Trekking-Tour bereits im Januar diesen Jahres gegeben. Nach einer intensiven Planung stand nach einigen Wochen endlich das Land und die ungefähre Trekkingroute fest. Dieses Mal ist die Entscheidung auf den Kungsleden Süd (zu deutsch Königspfad) in Schweden gefallen.

Beim Kungsleden handelt es sich um einen sehr bekannten Fernwanderweg, der sich von Norden nach Süden durch Schweden zieht. Unterteilt wird er in den 440 Kilometer langen Kungsleden Nord und den 350 Kilometer langen Kungsleden Süd. Die Trennung erfolgt, da zwischen dem nördlichen und dem südlichen Teil eine Unterbrechung der Strecke über mehrere hundert Kilometer existiert. Der Kungsleden Nord ist der beliebtere Wegabschnitt. Von daher – ihr könnt es euch sicherlich schon denken – musste ich gezwungenermaßen den Kungsleden Süd für mein Abenteuer wählen, da ich wie gehabt keinen Spaß an Massenwanderungen habe. Da der Kungsleden Süd zudem nur auf der ersten Hälfte der Strecke mit Berghütten zum Übernachten aufwartet, steigen viele Wanderer dann nach der letzten Berghütte aus, so dass die Anzahl der Menschen auf dem Kungsleden Süd noch einmal abnimmt.

Anreise

Bei dem Dörfchen Storlien handelt es sich um den Startpunkt des Kungsleden Süd. Die Anreise zu diesem Ort gestaltet sich im Vergleich zu vielen anderen Touren relativ einfach. Grundlegend haben sich mir 2 Optionen aufgetan.

Anreise über Norwegen: Buchung eines Fluges zum Flughafen Trondheim (TRD) und anschließende Zugfahrt über die Grenze nach Schweden zum Dörfchen Storlien. Die Anreisezeit beträgt hierbei die Flugzeit + ca. 2,5 Stunden für den Weg zum Bahnhof und die Zugfahrt (exklusiv Wartezeiten).

Anreise über Schweden: Buchung eines Fluges zum Flughafen Stockholm/Arlanda (ARN) und anschließende Zugfahrt nach Stockholm, um von dort mit einem weiteren Zug nach Storlien zu fahren. Die Anreisezeit beträgt hierbei die Flugzeit + ca. 8-12 Stunden abhängig von der gewählten Zugverbindung (exklusiv Wartezeiten). Ein Ticket für die Zugfahrt von Stockholm nach Storlien kann über https://www.sj.se/en/home.html#/ gebucht werden. Hiermit sollte nicht zu lange gewartet werden, da die Anzahl der Sitz-/Schlafplätze anscheinend relativ schnell erschöpft ist.

Auf dem ersten Blick gewinnt natürlich die Anreise über Norwegen, denn wer möchte schon 8-12 Stunden mit dem Zug fahren. Trotzdem habe ich mich für die Anreise über Schweden entschieden. Dies hat gleich mehrere Gründe:

  1. Die Flugverbindung von Berlin nach Trondheim enthält immer einen Zwischenstopp und wir wissen alle, dass Gepäck beim Umladen sehr gern vergessen wird. Zudem erhöht sich durch 2 Flüge die Reisezeit.
  2. Ich benötige mindestens 2 Gaskartuschen damit ich unterwegs nicht verhungere. Da mir nicht bekannt ist, ob ich diese in Trondheim oder Storlien kaufen kann, wähle ich den sicheren Weg über Stockholm und steuere dort einen der vielen Trekking-Shops an.
  3. Von Stockholm nach Storlien fährt ein Nachtzug, der gegen 9:20 Uhr in Storlien ankommt. Aktuell bilde ich mir ein, dass man die Nacht über im Zug schlafen kann, um dann am nächsten Morgen direkt in die erste Etappe starten zu können. Wir werden sehen, ob ich diese Entscheidung bereuen werde. Zumindest habe ich mir eine 3-Bett-Kabine anstatt der standardmäßigen 6-Bett-Kabine gegönnt. Das Minimiert schon einmal das Risiko von schnarchenden Mitreisenden.
Buchung Fahrkarte auf sj.se
Buchung Fahrkarte auf sj.se
Auswahl der Compartment Category
Auswahl der Compartment Category

Kungsleden Süd Etappenplanung

Meine Etappenplanung orientiert sich primär an Schutz- und Berghütten und kann der unten stehenden Tabelle entnommen werden. Grau geschriebene Hütten werden während der Etappe als Zwischenstopp angesehen und schwarz geschriebene Hütten sind das Ziel der jeweiligen Tagesetappe. Wie immer handelt es sich hierbei um einen ungefähren Plan, der sich vermutlich aufgrund vieler nicht vorhersehbarer Ereignisse nicht in dieser Form umsetzen lässt. Mit durchschnittlich 20,5 Kilometer pro Tagesetappe habe ich ein für mich passendes Tempo festgelegt. Beschwerden durch Überbelastung sollten somit hoffentlich ausbleiben.

Auf der ersten Hälfte des Kungsleden Süd existieren in regelmäßigen Abständen Fjällstationen. Hierbei handelt es sich um Berghütten die in der Regel vom schwedischen Wanderverein Svenska Turistföreningen (STF) betrieben werden. Wer möchte kann sich also ein Bett in den jeweiligen Berghütten buchen und dort nächtigen. Neben der Übernachtungsmöglichkeit wird in diesen Hütten auch etwas Proviant angeboten. Neben den Fjällstationen existieren noch Hütten (Stugan), die in der Regel zwar offen aber nicht besetzt sind. Wer möchte kann in diesen Hütten übernachten. Die Bezahlung erfolgt hierbei auf Vertrauensbasis. Zu guter Letzt existieren noch Schutzhütten, die auch wirklich nur als solche zu nutzen sind.

Da in Schweden das Jedermannsrecht (allemansrätten) gilt, darf unterwegs überall legal gezeltet werden. Ein Traum. Es freut mich wirklich, dass es sowas noch im über­re­g­le­men­tie­rten Europa gibt. Die genauen Hintergründe und Regeln zum Jedermannsrecht könnt ihr bei Interesse auf der Seite https://www.schwedentipps.se/jedermannsrecht/ nachlesen. Aufgrund dieser Regelung kommt für mich natürlich nur das Zelten infrage. :D

TagRouteEntfernung
1Berlin-Tegel (TXL) → Stockholm/Arlanda (ARN) → Stockholm → Storlien
2Berg Rundvalen
Fjällstation Blahammaren
17 km
3Schutzhütte Enkälen
Fjällstation Sylarna
18 km
4Schutzhütte Mieskentjakke
Fjällstation Helags
20 km
5Berghütte Fältjägaren
Schutzhütte Svaletjakke
20 km
6Langbrottstugan
Schutzhütte Fjällnäs Spartorg
22 km
7Schutzhütte Broktjärnskojan – Zeltplatz
Fjällstuga Skedbro
30 km
8Vindskydd am Rogensee
Rogenstugan
18 km
9Vindskydd am Rogensee
Fjällstuga Storrödtjärn
15 km
10Schutzhütte Slagusjön – Vindskydd am See Hävlingen – Schutzhütte Särsjöbäcken
Fjällstation Grövelsjön
20 km
11Olans Raststuga – Valdalsbygget Raststuga – Guttudalskojan Raststuga
Vindskydd Skärvagan
31 km
12Bushaltestelle Flötningen – Schutzhütte
Schutzhütte am See Busjön
16 km
13Schutzhütte Röskasen – Schutzhütte Trollkärringsboden
Id-Persätern
17 km
14Schutzhütte am See Drevsjön – Drevfjällstugan – Schutzhütte Gröningshallan
Dorf Gördalen
18 km
15Harrsjöstugan – Rörsjöstugan – Rösjöstugorns – Schutzhütte Särnmanskojan
Tangsjöstugan
21 km
16Tangastugan – Summelfjället
Björnholmsstugan
22 km
17Lilldalsstugan – Schutzhütte – Lillbäckstugan – Schutzhütte Granfjällssätern
Närfjällsstugan
24 km
18Schutzhütte – Östfjällsstugan
Sälen
20 km
19Sälen → Stockholm
20Puffertag
21Stockholm → Stockholm/Arlanda (ARN) → Berlin-Tegel (TXL)

Abreise

Die Abreise erfolgt aus dem Örtchen Sälen. Per Bus geht es dann in den nächstgrößeren Ort mit Bahnanbindung. Das allein kann je nach Busverbindung schon 1,5 – 3,5 Stunden dauern. Anschließend folgt dann noch eine mehrstündige Zugfahrt bis nach Stockholm. Insgesamt sollte die Abreise zwischen 6 – 7,5 Stunden dauern.

Ausrüstung

Da das schwedische Wetter selbst im Sommer recht frisch und nass sein kann, werde ich meine Ausrüstung entsprechend erweitern. Eine wasserdichte Hose sowie eine Hardshell-Jacke dürften sich hier neben meiner bisherigen Ausrüstung als sehr praktisch erweisen. Sobald meine Ausrüstungsliste feststeht, werde ich diese hier verlinken.

4 Comments

  1. mapa

    Hallo Sven, war ja leider lange Zeit tote Hose in deinem Blog. Nun geht der hartgesottene Trekker also nach Schweden. Ich freue mich schon auf deine Berichte. Vielleicht lernst Du ja in dieser Wildnis einen netten Elch kennen oder einen Bär. Das wäre doch Hammer. Alles Gute für die Tour.

  2. Marcus Busch

    Hallo Sven, ich starte gerade mit der Planung meiner Durchwanderung des südlichen Kungsleden, nachdem ich letztes Jahr den nördlichen Kungsleden absoviert habe und mehr brauche!

    Kannst Du noch ein paar Hinweis zum Zelten auf dem südlichen Kungsleden? Du hast immer an dr Nähe der genannten Hütten gezeltet? Erinnerst Du Dich an besonders schöne und eher zu vermeidende Zeltstellen?

    Speziell: Wie sieht es im Rogengebiet mit Zelten aus? Das Gebiet wird als sehr felsig beschrieben.

    Ich wäre Dir für einige Hinweis echt dankbar, da die übliche Literatur immer nur das Übernachten in Hütten oder gar den Bergstationen propagieren. ICH WILL INS ZELT!

    Viele Grüße

    Marcus

    1. Sven Broeske

      Hallo Marcus,

      das kann ich nur zu gut verstehen und dass du unbedingt ins Zelt möchtest erst recht. :)
      Den nördlichen Kungsleden hatte ich auch schon auf dem Schirm, nur hat dann fürs Erste der südliche Kungsleden gewonnen.

      Ich kann dir da leider nur begrenzt weiterhelfen, da ich die Tour aufgrund einer schweren Sehnenentzündung am Knie abbrechen musste. Diesen sumpfigen Boden waren meine Sehnen einfach nicht gewöhnt.

      Ich habe es in den Nächten, die ich auf dem südlichen Kungsleden verbracht habe generell so gehandhabt, dass ich nicht direkt an den genannten Fjällstationen gezeltet habe (was in der Regel möglich ist), sondern in der Regel immer noch 1-4 km weitergelaufen bin – quasi bis sich die nächste Gelegenheit zum Zelten geboten hat. Allerdings ist es abseits der Fjällstationen/Hütten echt schwierig einen geeigneten Platz zum Zelten zu finden, da nahezu überall kniehohes Gestrüpp steht oder es zu steinig ist. Und wenn ich dann doch mal eine freie Fläche gefunden habe, dann war der Boden eher schwammartig. Von daher ist ein Zelt mit einer entsprechenden Wassersäule (zumindest für den Boden des Zeltes) oder eine separate Plane zum Unterlegen Pflicht. Aber zumindest findet man Stellen wenn man denn will. Die Frage nach besonders schönen oder weniger schönen Zeltplätzen erübrigt sich weitestgehend wenn du nicht an den Fjällstationen/Hütten zelten möchtest, da die Landschaft generell echt weitläufig und wirklich sehenswert ist und du ohnehin nicht so viel Auswahl hast (und eher froh sein wirst wenn du endlich mal ein Plätzchen gefunden hast und endlich den Tag beenden kannst ;D). Wenn du dann noch einen kleinen Fluss oder einen See in der Nähe hast ist die Sache perfekt. :)

      Die einzige Übernachtung die ich im Nachhinein anders gelegt hätte, wäre wohl die Nacht an der Schutzhütte Mieskentjakke. Der Platz war zwar echt schön und mit Blick auf einen See aber diese Mücken. *arrrg* Das waren nicht nur 40 oder 50 Mücken sondern tausende, so dass ich sogar mein Abendbrot habe ausfallen lassen und mich in mein Zelt verkrochen habe. Aber das Problem kennst du sicherlich auch vom nördlichen Kungsleden.

      Vor dem Rogengebiet musste ich dann schweren Herzens aussteigen. Von daher kann ich da aus erster Hand leider keine Erfahrungen teilen. Allerdings hatten meine Recherchen ergeben, dass es möglich sein soll auch dort mal ein Plätzchen zum Zelten zu finden. Von daher hatte ich mir dahingehend keine weiteren Gedanken gemacht. Die übliche Literatur richtet sich ja dann in vielen Fällen doch eher an ein anderes Publikum.

      Viele Grüße
      Sven

  3. Marcus Busch

    Hallo Sven,

    Danke für die Antwort. Die Lage in Sachen Camping und Mücken hört sich ähnlich an, wie ich es auf dem nördlichen Kungsleden angetroffen habe. Dort habe ich es immer so gehandhabt, dass ich in der Regel oberhalb der Baumgrenze auf weitgehend offenem Gelände gezeltet habe, was meistens recht gut ging. In den Wäldern war da aber meistens nichts möglich, da Sumpf bzw. alles bewachsen … Der südliche Kungsleden hat offenbar mehr Strecke im Wald, sodass das von daher etwas schwierig werden könne.

    Ich werde mal weiter in die Planung einsteigen und werde zur Sicherheit dann wohl die Etappen an den STF Hütten ausrichten. Den Rest werde ich dann auf mich zukommen lassen. Zum südlichen Kungsleden gibt es auffallend weniger Informationen als zum nördlichen.

    Viele Grüße

    Marcus

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