Tag 6: Dharapani – Danaque

7:00 Uhr klingelte der Wecker. Es war kalt und ich wollte verständlicherweise in meinem warmen Schlafsack bleiben. Nachdem ich mich durchgerungen und den Schlafsack endlich abgestreift hatte, suchte ich mir zu meinen Klamotten des Vortages eine weitere Kleidungsschicht heraus und zog mir ein Funktionsunterhemd an. 7:30 Uhr gab es dann Frühstück. Diesmal standen für mich ein Apple Pancake und ein Veg. Omlette auf dem Speiseplan. Nachdem wir unsere Sachen zusammengepackt und unser Zimmer sowie die Verpflegung bezahlt hatten, machten wir uns gegen 8:45 Uhr auf den Weg nach Danaque. Glücklicherweise schmerzten die Blasen heute nicht mehr so stark, was mir das Laufen doch erheblich erleichterte.

In Dharapani besuchten wir dann noch den ACAP Checkpost. Auch dort wurde ein Büchlein geführt, in das alle Daten der Trekker aufgenommen wurden. Das Hauptanliegen beim ACAP Checkpost liegt jedoch in der Überprüfung des Vorhandenseins des ACAP Permits. Sofern dieses nicht vorhanden ist, muss dieses vor Ort für den doppelten Preis erworben werden.

Der Weg nach Danaque war mit 6 km relativ kurz und kostete uns lediglich 3 Stunden. Dieser Ruhetag war nach den 2 mordsmäßigen Etappen der Vortage auch zwingend notwendig. Trotz der kurzen Strecke war der Anstieg um 440 m auf 2300 m beachtlich. Der Weg an sich war daher weniger Erholung. Unterwegs durften wir wieder beobachten, wie die Dorfbewohner ihre Felder bestellt haben. Ganz altmodisch mit Zugtieren und einem Pflug. Sowas findet man bei uns vermutlich nur noch in Museen. Zudem hatten wir zum allerersten Mal die schneebedeckten Berge gesehen. 5000 m – unser Ziel! Was ebenfalls auffiel war die immer stärker abnehmende Flora. Das satte Grün wich immer mehr den Nadelbäumen und kahlen sandigen Stellen.

Tag 6: Dharapani - Danaque

In Danaque entdeckten wir dann die erste Safe Drinking Water Station. In Tal waren wir am Vortag leider nicht fündig geworden. Bei den Safe Drinking Water Stations handelt es sich um ein Projekt, dass die Vermeidung von Plastemüll zum Ziel hat. Die Dorfbewohner trinken in der Regel das Leitungswasser aber die Trekker kaufen häufig das behandelte Wasser in Plasteflasche. Da es keine Müllentsorgung gibt, wird der Müll einfach die Berghänge herruntergekippt oder einfach verbrannt. Beides keine tollen Lösungen. Die Safe Drinking Water Stations bieten hier eine umweltfreundliche Alternative, da behandeltes Wasser zu einem günstigen Preis gekauft werden kann. Die Station war zwar nicht besetzt aber trotzdem geöffnet. Ein Zettel versuchte uns in schlechtem Englisch zu vermitteln, dass wir pro abgefülltem Liter 40 NPR [ca. 33 Cent] in die Box werfen sollten. Wir füllten uns also 4 Liter ab und trugen unseren Namen, die gezapften Liter sowie die eingeworfenen NPR in das Buch ein. Während wir Danaque durchquerten unterbreitete uns ein Guest House Besitzer das Angebot, dass wir das Zimmer kostenfrei bekommen wenn wir bei ihm übernachten und dort speisen. Wir begutachteten somit eines der Zimmer in seinem Guest House und blieben dann letztendlich auch dort. Und hey, das Guest House hatte eine westliche Toilette!

Den Nachmittag und Abend chillten wir auf dem Innenhof des Guest Houses in der Sonne. Wir quatschten etwas und ich kam endlich dazu ein paar Seiten aus meinem Buch zu lesen. Zudem konnte wir das normale nepalesische Familienleben beobachten. Eine Tochter kümmerte sich um die Schmutzwäsche und schrubbte diese mit einem Stück Seife. Die andere Tochter entlauste ihre Mutter. Das Wort Schule schien hier ein Fremdwort zu sein. Zum Abend hin ging es mir dann aufgrund meiner leichten Erkältung etwas schlechter. Die Kopfschmerzen traten wieder auf den Plan. Nach dem Abendbrot ging es dann gleich ins Bett um wieder Energie zu tanken. Strom stand zwar zur Verfügung, war aber dermaßen instabil, dass das Licht dauerhaft am Flackern war.

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