Tag 15: Jomsom – Larjung

Die letzte Nacht war lang aber das war auch zwingend notwendig, denn die letzten 2 Hardcore-Etappen hatten uns komplett ausgelaugt. Immerhin sind wir die letzten 2 Tage 16 Stunden unterwegs gewesen und haben uns dabei ziemlich verausgabt. 6:30 Uhr ging es für uns also wieder weiter. Der Zielort sollte heute das Örtchen Larjung sein.

Unser Frühstück verzögerte sich, da das Personal am Vorabend zu unfähig war unsere Bestellung entgegen zu nehmen. Bis auf ein dummes Grinsen konnte man uns da nämlich nicht viel entgegenbringen. Insgesamt konnten wir festhalten, dass es sich bei diesem Hotel um die bisher schlechteste Unterkunft handelte. Es war überteuert, dreckig und das Personal unfähig.

Wir rechneten dann einmal durch, ob unser Geld noch für die restliche Route reichen würde, da Jomsom der einzige Ort mit einem Geldautomaten und einem Money Exchange war. Wir kamen zum Ergebnis, dass ich zu viel esse und das Geld nicht reichen wird. Wir machten uns also auf den Weg zum Geldautomaten und entdeckten dadurch zufällig den ACAP Checkpost und machten dort einen kurzen Stopp. Direkt daneben befand sich auch der TIMS Checkpost, dem wir ebenfalls einen Besuch abstatteten. Der Geldautomat im daneben gelegenen Gebäude war „out of service“, da es vermutlich schon wieder keinen Strom gab. Somit musste ich auf meine Euro-Reserven zurückgreifen und beim gegenüberliegenden Money Exchange Geld wechseln gehen. Der Geldwechsler war erst nicht anwesend und trieb sich in einem der gegenüberliegenden Gebäude herum. Irgendwann bemerkte er mich dann und kam zu mir. Mit einem besonders schlechten Kurs konnte ich dann Geld wechseln. Aber okay, die Menschen müssten dort ja auch von irgendwas leben. Ich war aber froh, dass der Kurs nicht noch schlechter war, denn wir hätten sowieso keine andere Wahl gehabt.

Wir bemerkten, dass sich der Stadtteil, in dem wir uns befanden primär durch GuestHouses auszeichnete und sich quasi ausschließlich an Trekker richtete. Alles sah freundlich aus und man fühlte sich direkt wieder wohler. Es stellte sich dann heraus, dass wir im armen, heruntergekommenen Teil von Jomsom übernachtet hatten. Da hatten wir dann einfach etwas Pech bei unserer Wahl und hätten uns am Vortag noch dazu zwingen müssen, die komplette Stadt zu durchqueren.

Wir machten uns dann auf den Weg zum ersten Zwischenort Marpha. Anfangs waren wir etwas planlos unterwegs, so dass Patrick einen im Gebüsch hockenden Mann nach dem Weg fragen wollte. Da der aktuelle Weg an ihm vorbeiführte, liefen wir ohnehin in seine Richtung. Als wir ihm dann sehr nah waren, sahen wir dass er grad sein Geschäft verrichtete. xD Patrick unterließ es dann seine Frage zu stellen und ich amüsierte mich köstlichst. Etwas später konnte uns dann ein anderer Ortsansässiger weiterhelfen.

Auf dem Weg nach Larjung
Auf dem Weg nach Larjung

Der Weg bis nach Marpha war eine einzige Qual. Einerseits herrschte ein sehr starker Gegenwind der das Laufen noch wesentlich kräftezehrender gestaltete und andererseits konnten wir die Straße nicht vermeiden. Somit waren wir auf einem sehr staubigen und tristen Areal unterwegs. Zum Glück erreichten wir Marpha dann nach 2 Stunden. Bei Marpha handelt es sich um ein sehr hübsches kleines Dorf, das in der Region für seine vielen Äpfel und Apfelprodukte bekannt ist. Was sofort auffiel war die Sauberkeit im Ort. Ich kaufte mir dann eine Packung getrocknete Apfelringe für 100 NPR und anschließend genehmigten wir uns in einem Guest House jeweils ein Stück Kuchen. Für mich gab es Chocolate Apple Pie.

Apfelbäume in Marpha
Apfelbäume in Marpha

Nach Marpha konnten wir dann einen alternativen Trekkingweg einschlagen. Wir durften dann endlich wieder grüne Landschaften und vor allem tolle Wälder durchqueren. Wie nicht anders zu erwarten, brachte der alternative Trekkingweg auch wieder viele hundert Höhenmeter Aufstieg und Abstieg mit sich, da wir diverse Berge überquerten. Ein Bergpfad war dann unterbrochen oder vielmehr war der Weg nicht mehr da wo er sein sollte. Ein recht frischer Erdrutsch hatte nämlich den Weg und sämtliche Natur weggerissen. Die Überquerung des Gebiets kam aufgrund der Rutschgefahr nicht infrage, so dass wir uns den Berghang runterkämpften. Unten saßen bereits Nepalesen, die sich um die Beseitigung des Schadens kümmern sollten. Wir umgingen den Erdrutsch dann im Flussbett und kämpften uns dann wieder den Berghang hinauf. Das Runter und Hoch hatte dann doch wieder mehr Energie gekostet als erwartet.

Erdrutsch auf dem Weg nach Larjung
Erdrutsch auf dem Weg nach Larjung

Am Nachmittag erreichten wie dann das Dörfchen Sauru. Wir waren also fast am Ziel. Wir mussten nur noch das 500 m breite Flussbett durchqueren. Auf der Karte war eine Brücke eingezeichnet und ich freute mich bereits den ganzen Tag auf so eine gigantisch lange Brücke. Als wir in Sauru ankamen wurde ich aber stark enttäuscht, denn von der Brücke standen nur noch ein paar Betonpfeiler und selbst diese standen zum Teil krumm und schief herum. Aus der einfachen Flussbettüberquerung wurde also nichts. Unglücklicherweise gab es im Flussbett tatsächlich einige etwas breitere Flüsse. Ein einfaches Durchqueren war also nicht möglich. Wir entdeckten ein paar Balken, die über die Flüsse gelegt waren, so dass wir uns dazu entschieden diese zu passieren. Endlich verstand ich warum wir damals in der Schule die Schwebebalkenübungen im Sportunterricht hatten. Aber diesmal wusste man, wenn man das Gleichgewicht verliert, dann wird man nass.. und es wird kalt.. und im ungünstigsten Fall stirbt einem auch noch die Technik weg. Nachdem wir 2 Flüsse überquert hatten mussten wir feststellen, dass sich anscheinend neue Flüsse gebildet hatten und wir in einer Sackgasse waren. Wir mussten den Weg also wieder zurück und die Balken erneut überqueren. Zurück in Sauru suchten wir nach einem alternativen Weg und fanden weitere Balken die wir dann überquerten. Diesmal hatten wir mehr Glück. Nachdem wir 4 weitere Flüsse per Balken überquert hatten, erreichten wir endlich die andere Flussbettseite. Die Überquerung wurde somit zu einem sehr zeitaufwändigen unterfangen. Auch die vielen runden Steine waren wieder einmal eine Qual für meine Blasen. Ich konnte vor Schmerz nicht mehr richtig laufen, so dass ich vor mich hinhumpelte und mich nach einem Guest House sehnte.

Abenteuerliche Überquerung von Flüssen auf dem Weg nach Larjung!
Abenteuerliche Überquerung von Flüssen auf dem Weg nach Larjung!

Nachdem wir ein weiteres kleines Dorf durchquert hatten, erreichten wir nach 8 Stunden und 18 zurückgelegten km endlich das auf 2550 Höhenmetern gelegene Örtchen Larjung.

Tag 15: Jomsom - Larjung
Jomsom – Larjung

Da es nun der 3. Tag mit solchen Anstrengungen in Folge war, gönnten wir uns ein Festmahl. Da wir diesmal nicht allein im Guest House waren, verbrachten wir den Abend mit einem älteren kanadischen Pärchen und führten ein langes nettes Gespräch. Zwischenzeitlich war natürlich wieder der Strom weg, so dass wir mit Notlampen im dunklen Raum saßen.

Weitere Impressionen des Tages

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.