Tag 23: Kathmandu – Teil 1/2 – Monkey Temple

Heute sollte unser letzter voller Tag in Nepal sein. Daher stellten wir uns keinen Wecker und starteten sehr entspannt in den Tag. Aus dem Frühstück im Guest House wurde nichts, da der Koch nicht zur Arbeit erschienen ist. Von daher suchten wir uns außerhalb ein Restaurant. Nachdem ich meinen Burrito und die Pancakes verspeist hatte, ging es auf zum Monkey Temple. Eigentlich wollten wir diesen schon gestern besuchen, da wir aber erst so spät in Kathmandu ankamen, haben wir den Besuch auf heute verschoben.

Auf dem Weg zum Monkey Temple konnte ich wieder die Ernsthaftigkeit der Wasserproblematik beobachten. Eine enorm lange Schlange hatte sich mit hunderten Kanister an einer Wasserstelle angestellt. Obwohl die Kanister dicht an dicht gestellt wurden, sah es so aus als ob die Schlange kein Ende nehmen wollte. Nur kurze Zeit später trafen wir auf einen jungen Nepalesen, der uns begleitete und etwas mit Patrick quatschte. Er erklärte uns, dass er Mandalas malen würde und er uns seine Schule zeigen wolle. Wir stimmten zu und betraten dann ein schmales Gebäude in einer Seitenstraße. Perfekt um ausgeraubt zu werden. xD Im 1. OG standen wir dann in einer Art Ausstellungsraum. Alle Wände waren mit unzähligen Mandalazeichnungen verziert und am Ende des kleinen Raums stand ein weiterer Nepalese hinter einem Schreibtisch. Dieser erklärte uns anschließend die Bedeutungen hinter den verschiedenen Mandalaarten sowie den grundlegenden Aufbau der Werke. Während des Gespräches schwante mir schon worauf der ganze Spaß abzielte. Und meine Vermutung sollte wahr werden, denn die Erklärungen gingen dann in ein Verkaufsgespräch über. Wieder einmal mit vielen Gründen warum wir die Mandalas denn kaufen müssten. Wieder einmal entzogen wir uns der Sache und liefen weiter zum Monkey Temple.

Normale Straßenverhältnisse in Kathmandu.

Die Wegfindung war allerdings ein Problem, denn mein GPS funktionierte nicht. Da Kathmandu nur aus hunderten schmalen Wegen besteht und es keinerlei Straßenschilder gibt, ist man ohne Ortskenntnis oder Kartenmaterial plus GPS komplett aufgeschmissen. Somit mussten wir uns dann durchfragen. Auf dem weiteren Weg war die Überquerung einer Brücke notwendig, jedoch mussten wir vorher warten, da uns eine große Menschenmenge entgegenkam. Noch interessanter war, dass vor der Menschenmenge eine Blaskapelle vorweg lief die fröhliche Musik spielte. Es machte den Anschein, als ob es irgendein Umzug wäre. Als die Menschenmenge an uns vorbeizog, sahen wir dass sie eine geschmückte Bare hochhielten und mit sich führten. Die trauernden Menschen, die der Bare folgten, ließen darauf schließen dass dort ein Leichnam transportiert wurde. Die Szene wirkte dann etwas befremdlich.

Nach einer ganzen Weile erreichten wir dann den Monkey Temple. Der Weg dorthin war durch sehr staubige Wege und starkem Smog durch schwarz räuchernde Autos gezeichnet. Diese Umstände machten das Atmen schwer und sorgten für einen leichten Husten. Da war es verständlich warum sich viele Menschen Stoff vor den Mund hielten oder sogar Masken trugen. Ich bereute es, dass mir keines dieser Hilfsmittel zur Verfügung stand.

Der Monkey Temple lag auf der Spitze eines kleinen Berges, so dass es nochmal Treppen steigen hieß. Die 31°C, die sich heute wie 36°C anfühlten, machten einem dann doch schon etwas zu schaffen. Die Treppe zum Monkey Temple war von vielen Händlern besetzt, die einem alle Souvenire andrehen wollten. Das war dann schon sehr lästig. Der Tempel war sehr prachtvoll und ist definitiv einen Besuch wert. Aber auch hier waren die Folgen des Erdbebens noch deutlich sichtbar. Hinsichtlich der Affen war ich etwas enttäuscht. Es hieß es gäbe unzählige Affen beim Monkey Temple aber so viele Affen habe ich letztendlich nicht zu Gesicht bekommen. Das war dann etwas schade.

Monkey Temple in Kathmandu

Gegen 11:00 Uhr hatten wir uns mit dem gestrigen Taxifahrer am Fuße des Monkey Temples verabredet. Denn er sollte uns heute den ganzen Tag umherfahren. Schließlich hatten wir nur einen Tag Zeit für das Sightseeing, so dass wir nicht einen Großteil unserer Zeit mit Wege, Orte und Busse suchen verbringen wollten. Unser erstes Ziel lag sehr weit außerhalb von Kathmandu. Das war dann quasi die Rechtfertigung um etwas mehr Geld für die Taxifahrt verlangen zu können. Aufgrund des Verkehrs hatte die Fahrt dann sogar eine Stunde gedauert. Der Tempel den wir besichtigten hieß Changu Narayan. Der Tempel geht auf das 3. Jahrhundert zurück und gehört zudem zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders beeindruckend waren die vielen sehr detaillierten Holzschnitzereien. Leider hat auch dieser Tempel das Erdbeben nicht ganz unbeschadet überstanden, so dass gerade Restaurationsarbeiten im Gange waren.

[Fortsetzung folgt…]

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