Tag 2 (2/2): Torfhaus – Brocken – Drei Annen Hohne

Auf dem Weg zum Brocken

Als nächstes stand der Aufstieg zum Brocken, dem höchsten Berg Norddeutschlands, an. Vor uns lagen somit entspannte 344 Höhenmeter und ca. 8,5 km, die uns durch eine schöne Winterlandschaft führen sollten. Weniger schön waren leider die Scharen an Touristen, die ebenfalls zum Brocken pilgerten oder gerade auf dem Rückweg waren. Ich hatte zwar mit Touristen gerechnet aber nicht mit sooo vielen. Der auf dem Brocken stehende Fernmeldeturm war bereits von Torfhaus aus gut sichtbar, so dass wir unser Ziel dauerhaft vor Augen hatten. Der zugeschneite Weg lief sich allerdings ziemlich bescheiden, da durch die vielen Menschen der Schnee dermaßen umgepflügt wurde. Somit hatten wir keinen richtigen Halt. Es fühlte sich ein wenig so an, als würden wir auf einer Geröllpiste laufen. Die letzten 2,5 km führten dann entlang der Gleise der Brockenbahn. Eine Schmalspurbahn, die einen direkt bis auf den Brocken hochfährt. Besonders interessant war hierbei, dass es sich um eine Dampflokomotive gehandelt hat. So etwas bekommt man ja heutzutage normalerweise nicht mehr zu Gesicht.

Brockenbahn
Brockenbahn

Auf dem Brocken

Nach etwas über 2 Stunden erreichten wir dann tatsächlich den Brocken. Der Wind war extrem eisig, so dass Handschuhe, Mütze und Kapuze Pflicht waren. Wir drehten eine Runde über den Brocken und bestaunten den Ausblick auf das umliegende Land. Ein Foto durfte natürlich auch nicht fehlen.

Brocken - 1142 m
Brocken – 1142 m

Wirklich lange wollten wir dort allerdings nicht verbleiben, da es dort wirklich unangenehm war. Um uns ein wenig aufzuwärmen, wollten wir im Restaurant Brockenwirt ein Heißgetränk zu uns nehmen und vielleicht eine Kleinigkeit essen. Weit sind wir allerdings nicht gekommen, da man uns unfreundlich mitteilte, dass man keine neuen Gäste mehr reinlässt, da man schließen möchte. Nach uns kamen noch weitere Leute die ebenfalls abgewiesen wurden. Etwas gefrustet verließen wir dann den Vorraum des Restaurants und starteten in den nächsten Teilabschnitt.

Auf dem Weg nach Drei Annen Hohne

Auf dem Weg nach Drei Annen Hohne
Auf dem Weg nach Drei Annen Hohne

Nachdem wir den Brocken verlassen hatten und auf den Weg in Richtung Drei Annen Hohne eingebogen sind, wurde es auf einmal sehr still. Keine Menschenseele war mehr zu sehen. Der weitere Weg führte uns dann mehrere Kilometer durch dichte Nadelwälder. Auf dem Boden lag bis zu einem halben Meter hoch Schnee, so dass wir hintereinander den schmalen festgetrampelten Pfad folgten. Ziemlich am Ende der Teilstrecke kamen wir dann am Trudenstein vorbei. Hierbei handelt es sich um eine Granitfeldformation, die mit Leitern und ein paar Geländern begehbar gemacht wurde. Obwohl meine Füße schon stark schmerzten ließ ich es mir nicht nehmen und kletterte sofort hinauf. Johann folgte dann nach einem kleinen Päuschen. Der Ausblick von dort oben war einfach grandios, da man tatsächlich bis zum Horizont schauen konnte. Somit hatten wir die Gelegenheit jene Wälder von oben zu betrachten, die wir seit vielen Stunden durchquert haben und vermutlich auch noch durchqueren werden.

Wo ist eigentlich unsere Schutzhütte?

Gegen 20:00 Uhr erreichten wir dann unseren Zielort in der Nähe des Örtchens Drei Annen Hohne. Von der Schutzhütte, in der wir nächtigen wollten, fehlte jedoch jede Spur. Ein Blick auf meine Karten-App versicherte mir aber, dass sich wenige Meter neben uns eine Schutzhütte hätte befinden sollen. Da nicht einmal Überreste einer Schutzhütte zu sehen waren existiert die Hütte wohl schon länger nicht mehr oder die Angabe in der App ist gänzlich falsch. Somit blieb uns nur noch die Möglichkeit weiterzulaufen. Allerdings war es bereits ziemlich spät und die Dämmerung hatte eingesetzt. Somit blieb uns nicht wirklich viel Zeit. Meine Stirnlampe konnte ich leider nicht verwenden, da die Batterien den Geist aufgegeben hatten. Eine ganz unglückliche Aneinanderreihung mehrerer Zufälle.

Im Wald wurde es dann richtig dunkel, die Wege glichen einem Sumpfgebiet und wir stolperten ohne Licht mitten durch. Das wir so nicht lange weiterlaufen können, war uns beide klar. Aber wo sollten wir schlafen? Letztendlich liefen wir noch ganze 2 km weiter, in der Hoffnung eine Schutzhütte zu finden oder zumindest eine ebene Fläche, auf der wir unser Zelt hätten aufbauen können. Das Zelt war an sich nur als Plan B vorgesehen, falls irgendetwas schief läuft oder wir durch sehr schlechtes Wetter am Weitergehen gehindert werden. Aber genau so einen Fall hatten wir nun. Da meine Füße mich nach nun knapp 30 zurückgelegten Kilometern keinen Meter mehr weitertragen wollten und es mittlerweile stockdunkel war, entschlossen wir uns 20:45 Uhr dazu, direkt in den Wald zu laufen und auf der nächstbesten, einigermaßen ebenen Fläche das Zelt aufzubauen. Glücklicherweise wurden wir schnell fündig.

Zeltaufbau bei Nacht
Zeltaufbau bei Nacht

Wir entfernten alle störenden Objekte und bauten dann das Zelt auf. Da in meiner Power Bank eine kleine Mini-Taschenlampe verbaut war, hatten wir zumindest ein kleines Licht zur Verfügung. Es fühlte sich dann so an, als ob man im Schutze der Dunkelheit ein Verbrechen vorbereiten würde. 21:15 Uhr konnten wir dann unser Zelt beziehen und beendeten erschöpft den Tag.

Weitere Impressionen des Tages

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